GlusterFS Input/Output error

Heute Morgen war der virtualisierte Mailserver down. Die Console zeigte einen Fehler beim Zugriff auf das Swap-Device, sehr seltsam…

Ein Neustart der QEMU-Instanz brachte keine Besserung, es wurde keine bootbare Platte gefunden. Die Überprüfung des darunter liegenden GlusterFS förderte beim Lesen des Serverimages einen IO-Error zutage.

OK, hatte ich in der Form noch nicht, also eine Herausforderung. Das Anstoßen eines Healings brachte keine Besserung, der Fehler blieb. Hilfe brachte nach viel Rumprobieren schließlich diese Seite.

Das Geheimnis liegt darin, das nicht mehr lesbare File von der darunter liegenden Brick wegzukopieren und dann aus beiden Bricks sowohl die Datei als auch ihre Meta-Infos zu löschen. Die Metas finden wir über:

getfattr -m . -d -e hex /data/gluster/gv0/mailhost.img
trusted.afr.dirty=0x000000000000000000000000
trusted.afr.gv0-client-0=0x000000030000000000000000
trusted.afr.gv0-client-1=0x000000390000000000000000
trusted.bit-rot.version=0x08000000000000005c178f4d000a5cdc
trusted.gfid=0x4802075a4748467abc28c0fff9b108a9

Jetzt können wir die beiden Files löschen:

rm /data/gluster/gv0/mailhost.img /data/gluster/gv0/.glusterfs/48/02/075a4748467abc28c0fff9b108a9

Danach kopieren wir die vorher erstellte Kopie der Datei wieder in den GlusterFS-Mountpoint.

Man wird jeden Tag etwas klüger…

Qualitätsjournaille

Gestern textete der Focus:

Experten warnen – WhatsApp: Handwerkern drohen wegen neuer Verordnung massenhaft Bußgelder

Eine der zentralen Aussagen dieses Recherchewunders lautet dann auch:

Handwerker verwendeten WhatsApp als Kommunikationsmittel auf dem Bau sowie oft auch dafür, sich von Kunden Fotos von Stellen in der Wohnung schicken zu lassen, die repariert werden sollen.

„Da WhatsApp Zugriff auf dieses Bild erhält, handelt es sich hierbei um eine Datenübertragung an WhatsApp, für die der betroffene Kunde jedoch keine Einwilligung erteilt hat“, sagte ZDH-Datenschutzexperte Markus Pfeifer der „Welt“. Eine gesetzliche Grundlage für den Datentransfer bestehe nicht.

Liebe Qualitätsschreiberlinge, was genau habt ihr an dem Begriff „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ nicht verstanden?

Der verlinkte Artikel der Welt setzt noch einen drauf:

„Der Haken bei WhatsApp ist der Zugriff des Programms auf das Adressbuch im Smartphone der Nutzer. Die App des US-Internet-Konzerns Facebook nutzt die Kontaktdaten, um mit den eigenen Servern abzugleichen, wer bereits ebenfalls bei WhatsApp registriert ist – diesen Kontakten kann der Nutzer anschließend Nachrichten senden. Doch da sämtliche Kontakte geprüft werden, landen auch Daten von Personen bei der Facebook-Tochterfirma, die dieser Übermittlung niemals zugestimmt haben.“

Auch dieser Satz zeugt von der unglaublichem Fachkompetenz des Verfassers gegenüber technischen Sachverhalten:

Jetzt mal 30 Sekunden unter Einschaltung des Hirns über diesen Satz nachgedacht:

  • Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass, wenn ich auf einem Firmenhandy mit Zugang zum LDAP-Verzeichnis WhatsApp öffne, alle 8000 Kontakte übertragen werden? Really?
  • Dauert bei euch das Öffnen von WhatsApp deshalb immer 40 Minuten?
  • Und bekommt ihr danach immer Besuch von der internen Security wegen des Scannens des kompletten LDAP?
  • Ist nach dem Öffnen von WhatsApp bei euch immer das Monatsdatenkontingent aufgebraucht?
  • Habt ihr mal einen Programmierer gefragt, wie man sowas lösen könnte?
  • Seid ihr lernfähig? Falls ja, eine kurze Information, wie man so etwas realisiert:
  1. Erzeuge aus den bisher kontaktierten Telefonnummern eine Prüfsumme.
  2. Sende diese Prüfsumme an den Server.
  3. Kennt der Server die Prüfsumme, hat der Inhaber der entsprechenden Telefonnummer einen Account bei WhatsApp und somit der Datenverarbeitung bereits zugestimmt.
  4. Kennt der Server die Prüfsumme nicht, kann er auch keine personenbezogenen Daten daraus ableiten, da die Prüfsummenfunktion eine Einbahnstraße ist.
  5. Somit ist die Prüfsumme kein personenbezogenes Datum.

Das kann euch jedes Erstsemester Informatik erklären.

Aber mit Fakten sind heutzutage ja keine Klickzahlen mehr zu generieren. Mit postfaktischen Behauptungen aber sehr wohl.

Das nennt sich dann Qualitätsjournaille.

fail2ban gegen Serientäter

fail2ban ist ein unentbehrliches Tool um Serverinstallationen gegen Einbruchsversuche zu immunisieren.

Was dabei immer wieder auffällt, ist, dass nach Verstreichen der BanTime die gleiche IP wiederkommt und es sofort weiter versucht.

Diese „Serientäter“ möchte man dann doch gerne für längere Zeit sperren.

Dank der weitgehenden Konfigurationsmöglichkeiten von fail2ban ist das kein großes Problem; man muss nur das Logfile von fail2ban zu Hilfe nehmen und alle wiederholten Bans für eine IP über einen längeren Zeitraum filtern und dann mit einer eigenen Regel länger am Wiederkehren hindern.

Wir erstellen die Datei /etc/fail2ban/filter.d/serialkiller.conf

# Fail2Ban configuration file

[Definition]

failregex = fail2ban.actions: WARNING .* Ban <HOST>

ignoreregex =

/etc/fail2ban/jail.local wird um folgenden Absatz erweitert

[serialkiller]
enabled = true
port = any
logpath = /var/log/fail2ban.log
filter = serialkiller
findtime = 3600
bantime = 7200
maxretry = 3

Ein darauf folgendes

fail2ban-client reload

aktiviert die erstellte Regel und alle Serientäter, die in der letzten Stunde dreimal geblockt wurden, werden jetzt für 2 Stunden blockiert.

Leben wir in einer Simulation?

Eben bei heise.de gefunden.

Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob (Quanten)computer so leistungsstark werden könnten, dass sich darin ganze Welten simulieren  ließen.

Der Ansatz ist insofern sehr bemerkenswert, als das Thema ein klassischer historischer Wiedergänger ist, der bereits mehrfach filmisch behandelt wurde:

Welt am Draht (1973)

The 13th floor (1999)

Die Romanvorlage heißt übrigens Simulacron 3“ und stammt aus dem seligen Jahre 1965. Sie hat unter Anderem auch noch den Film „Matrix“ beeinflusst.

Was sich in den Jahren seit der Romanvorlage geändert hat, ist nicht die Frage der Machbarkeit, sondern vielmehr die der Wahrscheinlichkeit. Waren die ersten Ansätze noch rein fiktiv, rücken die Möglichkeiten durch die Extrapolation der vergangenen Entwicklungen aus dem Bereich der Fiktion in den der hohen Wahrscheinlichkeit vor.

Den Rat des Verfassers, wir sollten ein interessantes Leben leben, um die Betreiber unserer Simulation nicht zu verleiten, das langweilige Experiment abzuschalten,  kann ich – simuliert oder nicht – nur vehement unterstützen!.

P.S.: Wenn ich diesen Artikel in der Simulation schreibe, was möchten die Experimentatoren damit bezwecken?