KI zum Nulltarif: Die Rechnung kommt per API-Key

Neulich saß ich vor meinem Rechner, öffnete ein KI-Tool, sah den üblichen Hinweis auf ein „Pro“-Abo und dachte: Ach ja, die digitale Moderne. Früher kaufte man Software. Dann mietete man Software. Heute mietet man ein Textfeld, das freundlich behauptet, es denke mit.

20 Dollar im Monat hier, 20 Dollar dort. Ein bisschen Chat, ein bisschen Code, ein bisschen „bitte formuliere diese E-Mail so, dass sie nicht klingt, als hätte ich innerlich bereits gekündigt“. Und schon fühlt man sich wie ein Kleinaktionär im globalen Tokenverbrauch.

Dann taucht ein Post auf mit der schönen Ansage: „Stop Paying $20/month. Use NVIDIA Build: 80+ Free AI Models“. Natürlich. Warum bezahlen, wenn irgendwo ein GPU-Konzern freundlicherweise den Schlüssel unter die Fußmatte legt? Oder etwa nicht?

Der Beitrag beschreibt NVIDIA Build beziehungsweise NVIDIA NIM als Möglichkeit, über eine API auf zahlreiche KI-Modelle zuzugreifen. Der Charme: Die Schnittstelle ist OpenAI-kompatibel, man kann also in vielen Tools schlicht die Base-URL austauschen und weiterarbeiten, als sei nichts gewesen. NVIDIA selbst beschreibt NIM für Large Language Models als OpenAI-kompatible Inference-API; die aktuelle Modellseite zeigt unter anderem zahlreiche „Free Endpoint“-Einträge. (NVIDIA Docs)

Kurz:
Ein API-Schlüssel, viele Modelle, wenig Drama. Theoretisch.

Und genau dieses „theoretisch“ ist das Perfide.

Die aktuelle Situation: KI zum Nulltarif, bitte einmal mit Kleingedrucktem

Der Post macht einen berechtigten Punkt: Viele Nutzer zahlen monatlich für ein einzelnes KI-Angebot, obwohl es inzwischen eine ganze Landschaft aus frei zugänglichen oder zumindest kostenlos testbaren Modellen gibt. Im verlinkten Beitrag werden Modelle wie MiniMax, Kimi, DeepSeek, GLM und GPT-OSS genannt; die DEV-Zusammenfassung desselben Autors spricht außerdem von 1.000 freien Inference-Credits beim Start, bis zu 5.000 auf Anfrage und einem Limit von 40 Requests pro Minute. (GoPenAI)

Das klingt erstmal nach Infrastruktur-Romantik. Endlich wird aus dem „KI ist für alle da“ nicht nur eine Keynote-Folie mit blauem Farbverlauf, sondern ein konkreter API-Endpunkt.

Natürlich ist das kein Fehler, sondern ein ausgeklügeltes Konzept: Man gewöhnt Entwickler daran, Modelle nicht mehr als Produkte zu sehen, sondern als austauschbare Rechenleistung hinter einer URL. Heute kostenlos, morgen vielleicht Enterprise-Plan, übermorgen „contact sales“. Das Infrastruktur-Orakel hat gesprochen.

Die Symptome: Alle wollen sparen, niemand will konfigurieren

Man kennt das Muster.

Erst heißt es: „Mein KI-Abo ist zu teuer – oh, NVIDIA entdeckt?“
Dann folgt die Modifikatorkunst:

Base-URL ändern.
API-Key einfügen.
Modellnamen suchen.
Tool neu starten.
Warum antwortet es nicht?
Warum ist es langsam?
Warum versteht es Anhänge nicht?
Warum klingt das Modell, als hätte es die Dokumentation nur überflogen?

Auf dem Papier klingt das plausibel. In der Praxis ist es ein Garant für Debugging-Yoga.

Der eigentliche Witz ist nämlich nicht, dass kostenlose Modelle schlecht wären. Viele sind erstaunlich gut. Der Witz ist, dass „kostenlos“ in der KI-Welt selten bedeutet: „Hier ist eine robuste, garantiert verfügbare, produktionsreife Komplettlösung.“ Es bedeutet eher: „Hier ist ein sehr interessantes Angebot für Leute, die wissen, was eine Rate Limit ist und warum 429 kein neues EU-Formular ist.“

Mir klingeln noch die Ohren ob der Klagen: „Das Modell ist gratis, aber mein Workflow ist kaputt.“ Ja. Willkommen in der ökonomischen Realität. Irgendwer zahlt immer. Manchmal mit Geld. Manchmal mit Zeit. Manchmal mit der Würde, zum dritten Mal denselben API-Key in ein Tool zu kopieren.

Warum das Problem entsteht

KI-Nutzung sieht für viele inzwischen aus wie Strom aus der Steckdose. Prompt rein, Antwort raus. Fertig. Dahinter stehen aber Modelle, GPUs, Speicher, Warteschlangen, Abrechnungssysteme, Sicherheitsfilter, Verfügbarkeitszonen und Verträge. Also alles, was man am liebsten ignoriert, bis es kaputtgeht.

Ein Abo wie ChatGPT Plus, Claude Pro oder Cursor verkauft nicht nur Modellzugang. Es verkauft Bequemlichkeit. Eine Oberfläche. Ein Ökosystem. Eine gewisse Erwartung, dass es einfach funktioniert. Natürlich nicht immer. Aber oft genug, damit man weiterzahlt und sich dabei erwachsen fühlt.

NVIDIA Build/NIM ist anders interessant: Es ist näher an der Infrastruktur. Weniger Sofa, mehr Werkbank. Wer damit arbeiten will, bekommt Freiheit, aber eben auch Verantwortung. Das ist in der Technik bekanntlich der Moment, in dem Menschen plötzlich wieder geschlossene Plattformen mögen.

Seit gefühlt 30 Jahren läuft das so. Dann kam KI – und die Lösung war plötzlich weg. Vorher war „API konfigurieren“ etwas für Backend-Leute mit dunklem Theme und stabiler Leidensfähigkeit. Jetzt soll jeder Content-Mensch, Produktmanager und Hobbyentwickler nebenbei Provider-Routing betreiben. Fortschritt, aber mit mehr YAML.

Drei einfache Lösungen. Also „einfach“.

Schritt 1: Die naheliegende Lösung
Man zahlt weiter 20 Dollar im Monat und bekommt ein rundes Produkt. Wer braucht schon technische Kontrolle, wenn man stattdessen ein schönes Abo-Dashboard haben kann?

Schritt 2: Die theoretisch hübsche, praktisch fragwürdige Lösung
Man schmeißt alle Abos raus, nutzt nur noch kostenlose Endpoints, rotiert Modelle nach Tagesform und nennt das Ganze „kostenoptimierte KI-Architektur“. Das war der Punkt, an dem die Lösung schön gedacht, aber nicht robust war.

Schritt 3: Die eigentliche Lösung
Man unterscheidet endlich zwischen Spielerei, Prototyping und produktiver Arbeit. Für Experimente sind kostenlose Modell-APIs großartig. Für kritische Workflows braucht man Verlässlichkeit, Monitoring, Datenschutz, klare Limits und ein Verständnis dafür, was das jeweilige Modell tatsächlich kann.

Scrollen hilft!

Sarkasmus beiseite …

Der Post ist nützlich, weil er an eine wichtige Sache erinnert: Wir sollten KI nicht automatisch mit einem einzelnen Anbieter, einer einzelnen App oder einem einzelnen Monatsabo verwechseln. Die Modelllandschaft wird breiter, die Schnittstellen werden kompatibler, und genau das ist gut.

OpenAI-kompatible APIs sind dabei ein unterschätzter Hebel. Sie machen es möglich, Modelle zu wechseln, ohne jedes Tool neu zu erfinden. Für Entwickler, kleine Teams, Bastler und Menschen mit gesundem Misstrauen gegenüber Abo-Sammelkarten ist das ein echter Fortschritt.

Aber: Kostenloser Zugang ist kein Geschäftsmodell für den Nutzer, sondern ein Angebot mit Zweck. Es dient Evaluation, Einstieg, Bindung, Verbreitung. Daran ist nichts Verwerfliches. Man sollte es nur nicht mit digitaler Wohlfahrt verwechseln.

Takeaway: NVIDIA Build ist eine hervorragende Option, um Modelle zu testen, Workflows günstiger zu prototypisieren und sich aus der Bequemlichkeitsfalle einzelner KI-Abos zu lösen. Es ersetzt aber nicht automatisch ein fertiges Produkt mit Support, Stabilität und sauberer Integration.

Wer also einfach nur abends drei Absätze polieren will, darf weiter für Bequemlichkeit zahlen. Ohne Religionskrieg. Wer aber KI in eigene Tools einbauen, Kosten verstehen und Anbieter flexibel halten will, sollte solche Angebote ernsthaft prüfen.

Denn am Ende ist die eigentliche Frage nicht: „Kann ich mir die 20 Dollar sparen?“
Die bessere Frage lautet: „Bezahle ich gerade für Leistung – oder für die Illusion, keine Architekturentscheidung treffen zu müssen?“

Und wie immer in der Technik gilt: Kostenlos ist es genau bis zu dem Moment, in dem man verstanden hat, was es kostet.

Micromanagement ist eine faszinierende Führungstechnik.

Man nehme ehemals motivierte Mitarbeitende, entziehe ihnen nach und nach Entscheidungsspielraum, ersetze Vertrauen durch Kontrollroutinen und wundere sich anschließend professionell darüber, warum niemand mehr eigenständig denkt.

In meinem Beitrag geht es darum, wie man mit genügend Nachfragen, Detailkorrekturen und gut gemeinter Daueraufsicht aus engagierten Menschen zuverlässig vorsichtige Erfüllungsgehilfen macht.

Natürlich alles nur, um „den Überblick zu behalten“.

Oder etwa nicht?

👉 Zum Beitrag:
https://it.genusz.de/wie-ich-mit-micromanagement-meine-ehemals-motivierten-mitarbeiter-erfolgreich-vertreiben-kann/

Wer braucht schon Sommerurlaub, wenn der Keller ein Homelab hat?

Draußen flimmert die Luft. Der Asphalt schmilzt gefühlt schneller als die Motivation, sich noch ernsthaft zu bewegen. Doch irgendwann ist der Arbeitstag geschafft, der Papagei ausreichend beschmust und das Pferd bewegt. Bleibt nur noch eine vernünftige Frage: Was macht man am heißesten Tag des Jahres?

Richtig. Man verschwindet in den Keller.

Nicht etwa wegen der eingelagerten Weihnachtsdeko oder der längst vergessenen Umzugskartons. Nein, dort wartet das Homelab – angenehm kühl und voller Projekte, die seit Monaten mit der Geduld alter Serverhardware um Aufmerksamkeit bitten. Oder etwa nicht?

Diesmal war eine jener Installationen an der Reihe, die eigentlich „noch ganz gut laufen“. Natürlich ist das kein Fehler, sondern ein ausgeklügeltes Konzept … bis irgendwann die Erkenntnis kommt, dass auch ein betagter Xeon gern noch ein wenig Beschäftigung hätte.

Das Ergebnis dieser sommerlichen Kellerexpedition ist ein ausführlicher Praxisbericht über Windows 11 25H2 auf Proxmox 8.4.12 – inklusive der kleinen und größeren Stolpersteine, die einem auf dem Weg begegnen können.

Den vollständigen Artikel gibt es hier:

Viel Spaß beim Lesen – und vielleicht ist der kühlste Raum des Hauses ja auch bei euch der mit den meisten blinkenden LEDs.

Von X11 zu Wayland: Irrungen und Wirrungen der i18n

AltGr als „Deutsch-Turbo“: Wenn Wayland jahrzehntealte Tastatur-Workflows bricht (und wie man sie sauber repariert)

Wer viel programmiert, optimiert nicht nur Editor, Shell und Toolchain, sondern auch die kleineren Dinge, die sich über den Tag hinweg zu echten Produktivitätshebeln aufsummieren: Tastaturbelegung, Modifikatortasten, Muscle Memory. Der Klassiker: US-Layout fürs Programmieren, weil Klammern, Semikolons und Co. dort liegen, wo man sie erwartet – und Umlaute nur gelegentlich, aber dann bitte ohne „Layout wechseln → tippen → zurück wechseln“.

Das war bei mir über viele Jahre „einfach gelöst“: Unter X11 habe ich in GNOME Tweaks die Option „Taste zum Wechseln in die dritte Tastaturebene“ auf Right Alt gelegt. Ergebnis: US-Layout als Basis, und wenn ich Umlaute brauche, halte ich AltGr (Right Alt) gedrückt und tippe auf den „deutschen“ Tasten äöüß. Seit (gefühlt) 30 Jahren läuft das so. Dann kam der Umstieg auf Wayland – und die Lösung war plötzlich weg.

Aktuelle Situation

  • Manjaro + GNOME
  • Wechsel von X11 auf Wayland
  • Gewohnter Workflow: US-Layout + „Right Alt aktiviert die dritte Ebene“ → Umlaute ohne Layoutwechsel

Nach dem Wechsel: „Es fühlt sich an, als würde AltGr manchmal funktionieren, manchmal nicht“. Und genau dieses „manchmal“ ist das Perfide.

Symptome (aka: Warum xev mich erstmal in die Irre geführt hat)

Der erste Reflex ist unter X11 jahrzehntelang konditioniert: xev starten, Taste drücken, schauen was ankommt.

  • In xev sah alles gut aus: Alt + Umlauttaste lieferte äöüß.
  • In „echten Programmen“ (Terminal, Editor, Browser, …) kamen aber die US-Zeichen an, z.B. statt äöüß eher sowas wie ‚ ‚; [ –.

Der entscheidende Punkt: xev ist ein X11-Debug-Tool. Es zeigt, was ein X-Server an Events liefert. (manpages.debian.org)
Unter GNOME/Wayland bedeutet das praktisch: xev läuft (typischerweise) als X11-Client via XWayland – und XWayland ist ein eigener X-Server, der als Proxy auf Wayland sitzt. (wiki.gnome.org)

Kurz: xev kann dir unter Wayland eine Realität zeigen, die für native Wayland/GTK-Anwendungen nicht maßgeblich ist.

Takeaway: Unter Wayland ist xev nicht „falsch“, aber es misst unter Umständen den falschen Stack.

Was sich unter Wayland ändert (ohne Religionskrieg)

Unter X11 war die Welt oft: X-Server + XKB-Konfiguration → alle Clients sehen dasselbe.

Unter Wayland ist es eher: Compositor (Mutter) + libxkbcommon/XKB → native Clients bekommen Keymap direkt; X11-Clients hängen an XWayland als zusätzlicher Ebene. (wiki.gnome.org)

Das erklärt die Beobachtung „xev zeigt Umlaute, aber Apps nicht“: Du hast zwei Schichten, die zwar ähnlich klingen, aber nicht zwingend identisch konfiguriert sind.

Wenn man wirklich sehen will, was Wayland-native Programme bekommen, ist ein Wayland-Eventviewer sinnvoller (statt xev). Für Wayland gibt es mit wev ein Pendant zu xev. (phoronix.com)

Ziel

Ich wollte wieder exakt das Nutzererlebnis von X11:

  • US fürs Programmieren (Default)
  • Umlaute/ß ohne Layoutwechsel, idealerweise „AltGr halten → Taste drücken“
  • Stabil in allen Anwendungen (Wayland-native und XWayland)

Und dann sind wir – Schritt für Schritt – durch die Optionen gelaufen.


Der Lösungsweg (so wie wir ihn gemeinsam gegangen sind)

Schritt 1: „US (intl., with AltGr dead keys)“ – dritter Level ist da, aber es ist nicht „Deutsch“

Der erste pragmatische Versuch war: Statt plain us das Layout

English (intl., with AltGr dead keys)

Das ist us+altgr-intl. Damit kommt man sauber in die 3. Ebene (AltGr/Level3). Ergebnis: Ja, die dritte Ebene existiert wieder zuverlässig.

Aber: Das ist eben immer noch US international, nicht „deutsche Buchstaben per AltGr auf den gewohnten Tasten“. Dead Keys sind nett, aber nicht der Workflow, den ich seit Jahrzehnten nutze.

Schritt 2: „Dann schalte ich doch mit Right Alt einfach kurz aufs deutsche Layout“ (theoretisch hübsch, praktisch tricky)

Die Idee war sauber: Nicht „3. Ebene“, sondern Layout-Gruppe wechseln, solange Right Alt gedrückt ist.

In XKB sind das zwei unterschiedliche Konzepte:

  • 3rd level chooser (lv3:…) = zusätzliche Ebene innerhalb eines Layouts
  • Group switching (grp:…) = Umschalten zwischen Layouts/Gruppen

Die Optionen dafür sind in xkeyboard-config dokumentiert, u.a. explizit:

  • grp:switch = Right Alt (while pressed)
  • lv3:menu_switch etc. (man.freebsd.org)

Also haben wir in GNOME per gsettings geschaut, was gesetzt ist. GNOME verwaltet XKB-Optionen zentral über org.gnome.desktop.input-sources.xkb-options. (help.gnome.org)

Bei dir sah das so aus (gekürzt auf das Wesentliche):

gsettings get org.gnome.desktop.input-sources xkb-options
# ['grp_led:scroll', 'compose:caps', 'grp:switch', 'lv3:menu_switch']

gsettings get org.gnome.desktop.input-sources sources
# [('xkb', 'us+altgr-intl'), ('xkb', 'de')]

Das liest sich erstmal plausibel: Default us+altgr-intl, zweite Quelle de, Right Alt hält kurz die zweite Gruppe (grp:switch).

Warum kam trotzdem kein Umlaut?

Weil du damit Right Alt doppelt belegst:

  • In us+altgr-intl ist Right Alt funktional bereits AltGr/Level3.
  • Gleichzeitig willst du Right Alt als Group Switch benutzen.

Damit konkurrieren zwei Bedeutungen derselben Taste. Auf dem Papier „geht irgendwie beides“, in der Praxis ist es häufig ein Garant für uneinheitliches Verhalten – insbesondere, wenn ein Teil der Anwendungen über XWayland läuft und ein Teil nativ über Wayland/GTK.

Das war der Punkt, an dem die Lösung „schön gedacht“ war, aber nicht robust.

Schritt 3: Die eigentliche Lösung – „Deutsch (US)“ statt „US + Tricks“

Der Durchbruch war, nicht länger zu versuchen, zwei Welten (US-Layout + deutsches Layout + temporärer Wechsel) über Modifikatorkunst zusammenzubinden, sondern eine XKB-Variante zu nehmen, die genau dafür gebaut ist:

German (US, with German letters)
aka: Deutsch (US)
XKB: de(us)

Das ist konzeptionell elegant: Es ist im Kern das US-Layout und ergänzt gezielt deutsche Zeichen. In der XKB-Definition ist das sogar explizit als „US include + Name German (US, with German letters)“ nachvollziehbar. (Unix & Linux Stack Exchange)

Praktischer Effekt:

  • Du bleibst im US-Layout (Programmieren ohne Schmerz)
  • Du bekommst Umlaute/ß über AltGr-Kombinationen (ohne Layoutwechsel)
  • Und: Du vermeidest die fragile „Right Alt ist gleichzeitig AltGr und Group-Switch“-Kollision.

In GNOME taucht das Layout je nach Distribution nicht unter „German“ auf, sondern manchmal unter „German, Swedish and Finnish (US)“ oder ähnlich – je nachdem, wie die Eingabequellen gruppiert sind. (Der entscheidende Marker ist „German (US, with German letters)“ bzw. „Deutsch (US)“.)

Damit war das Problem erledigt – und zwar so, dass es auch unter Wayland stabil bleibt.


Verifikation (damit man nicht wieder auf xev reinfällt)

Wenn du unter Wayland testen willst, ob die Belegung wirklich in nativen Clients ankommt, nutze lieber einen Wayland-Eventviewer wie wev. (phoronix.com)

xev bleibt nützlich – aber eben als Diagnose für XWayland/X11-Clients. (manpages.debian.org)


Lessons Learned

  1. Wayland ist nicht „X11 mit anderem Namen“ – Eingabe läuft über andere Schichten, und XWayland ist eine zusätzliche Abstraktionsebene. (wiki.gnome.org)
  2. xev misst X11-Events. Unter Wayland misst du damit oft XWayland – nicht zwingend das, was native Apps sehen. (manpages.debian.org)
  3. XKB-Optionen sind präzise, aber gnadenlos: lv3:* (3rd level) ist etwas anderes als grp:* (Gruppenwechsel). (man.freebsd.org)
  4. Für den konkreten Use Case „US + schnell Umlaute“ ist de(us) / „Deutsch (US)“ in GNOME meist die robusteste Lösung, weil sie ohne „temporäres Layoutdrücken“ auskommt. (Unix & Linux Stack Exchange)

Und ganz am Ende ist das wie bei Pfadabhängigkeiten in der Ökonomie: Wenn ein Workflow 30 Jahre Rendite liefert, dann sind die Umstellungskosten real – und man sollte die neue Technologie so konfigurieren, dass sie den Workflow stützt, nicht umgekehrt.

Alternative für Schland!

Alternative für Schland

Nachdem heute in Schland gewählt wurde, wollte ich einfach mal von ChatGPT wissen, was da so gewählt worden ist.

Die Anfrage war, lies bitte https://www.afd.de/grundsatzprogramm/
Für jeden Punkt des Programmes:

  • fasse den Punkt in einfacher Sprache zusammen
  • gib die Auswirkungen des Punktes für
  • einen 35-jährigen Arbeitslosen,
  • eine 30-jährige alleinerziehende Mutter,
  • einen 70-jährigen Rentner mit Durchschnittsrente und für
  • einen 35-jährigen Multimillionär an
  • bewerte, ob diese davon profitieren oder darunter leiden

Ergänze außerdem die Tabelle so, dass für jede Auswirkung Punkte von -10 (negativste mögliche Auswirkung) bis +10 (positivste) vergeben werden.
Am Schluss der Tabelle füge bitte eine Zeile mit dem Durchschnitt der in jeder Spalte vergebenen Punkte hinzu. Schreibe ein Fazit.

Fazit:

  • Der Multimillionär profitiert mit Abstand am meisten (+85 Punkte), da viele wirtschaftliche Maßnahmen auf ihn zugeschnitten sind.
  • Der Arbeitslose (+20) und die alleinerziehende Mutter (+16) erhalten zwar Vorteile in einzelnen Bereichen, sind aber von Kürzungen betroffen, was ihre Situation unsicher macht.
  • Der Rentner (+13) sieht leichte Vorteile, leidet aber unter möglichen Einsparungen im Sozialbereich.

Insgesamt zeigt sich, dass dieses Programm vor allem Wohlhabenden Vorteile bietet, während finanziell schwächere Gruppen eine gemischte bis negative Bilanz haben.

Als Grafik sieht das so aus:

Zu dem Ergebnis muss jetzt nicht mehr viel gesagt werden. außer, dass diese Bewertung von einer amerikanischen KI durchgeführt wurde, der man jetzt wohl kaum linksgrünversifftes Gedankengut unterstellen kann.

Achso, das Titelbild kam mit folgender Anweisung zustande:

Erstelle mir jetzt einen englischsprachigen Prompt für ein schwarz-weißes Aufmacherbild, das die Kernaussage des Fazit bildlich darstellt.

Auch diese Aufgabe hat die amerikanische KI sehr treffend umgesetzt…

Hier jetzt noch die Tabelle für die Interessierten, ist etwas breit geraten, Scrollen hilft!

ProgrammpunktZusammenfassung in einfacher SpracheAuswirkungen auf 35-jährigen ArbeitslosenBewertung für ArbeitslosenAuswirkungen auf 30-jährige alleinerziehende MutterBewertung für alleinerziehende MutterAuswirkungen auf 70-jährigen RentnerBewertung für RentnerAuswirkungen auf 35-jährigen MultimillionärBewertung für Multimillionär
1. Direkte DemokratieBürger sollen mehr direkt mitbestimmen können, ähnlich wie in der Schweiz.Möglichkeit, politisch mehr Einfluss zu nehmen.+5Kann ihre Interessen direkt einbringen.+5Kann über Abstimmungen Einfluss nehmen.+3Kann politische Entscheidungen beeinflussen.+6
2. Verschlankung des StaatesDer Staat soll weniger Aufgaben übernehmen und Bürokratie abbauen.Mögliche Kürzungen bei Sozialleistungen.-7Mögliche Kürzungen bei Unterstützungsleistungen.-8Mögliche Kürzungen bei Rentenleistungen.-6Weniger staatliche Eingriffe in wirtschaftliche Aktivitäten.+7
3. Trennung von Amt und MandatPolitiker sollen nicht mehrere politische Ämter gleichzeitig haben.Keine direkte Auswirkung.0Keine direkte Auswirkung.0Keine direkte Auswirkung.0Keine direkte Auswirkung.0
4. Begrenzung der ParteienmachtParteien sollen weniger Einfluss haben.Mehr Einfluss für Bürgerinitiativen möglich.+4Mehr Einfluss für Bürgerinitiativen möglich.+4Mehr Einfluss für Bürgerinitiativen möglich.+4Mehr Einfluss für private Interessenvertretung.+6
5. Soziale MarktwirtschaftWirtschaft soll frei sein, aber mit sozialer Verantwortung.Mögliche Förderung von Beschäftigung, aber auch Kürzungen bei Sozialleistungen.-2Mögliche Förderung von Beschäftigung, aber auch Kürzungen bei Unterstützungsleistungen.-3Mögliche Stabilität der Renten durch wirtschaftliches Wachstum.+2Profitieren von wirtschaftsfreundlicher Politik.+8
6. FamilienförderungFamilien mit Kindern sollen mehr Unterstützung erhalten.Vorteile, wenn er eine Familie gründet.+3Direkte finanzielle und strukturelle Unterstützung.+7Mögliche Vorteile für Enkelkinder.+2Keine direkte Auswirkung.0
7. Deutsche Kultur bewahrenTraditionelle deutsche Kultur und Werte sollen geschützt werden.Förderung von kulturellen Programmen.+1Förderung von kulturellen Programmen.+1Unterstützung traditioneller Werte.+2Keine direkte Auswirkung.0
8. Einwanderung begrenzenWeniger Zuwanderung und strengere Asylregeln.Weniger Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.+4Weniger Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.+4Weniger Belastung für Sozialsysteme.+3Weniger Wettbewerb im High-End-Sektor.+5
9. BildungspolitikBildungssystem soll verbessert und einheitlicher werden.Bessere Weiterbildungsmöglichkeiten.+5Bessere Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.+6Keine direkte Auswirkung.0Qualifiziertere Arbeitskräfte verfügbar.+6
10. Innere Sicherheit stärkenMehr Polizei und strengere Gesetze für Sicherheit.Sichereres Lebensumfeld.+6Sichereres Lebensumfeld für sich und Kinder.+6Schutz vor Kriminalität.+5Schutz von Eigentum.+7
11. EuropapolitikWeniger Macht für die EU, mehr für Deutschland.Mögliche Veränderungen im Arbeitsmarkt.-1Mögliche Veränderungen im Arbeitsmarkt.-1Auswirkungen auf Rentenzahlungen aus dem Ausland.-2Weniger EU-Regulierungen.+5
12. Umwelt- und KlimapolitikKlimaschutzmaßnahmen sollen reduziert werden.Günstigere Energiepreise möglich.+3Günstigere Energiepreise möglich.+3Stabilere Energiepreise.+3Weniger Umweltauflagen für Unternehmen.+7
13. Außen- und SicherheitspolitikFokus auf nationale Interessen und Bundeswehr stärken.Mögliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben.-3Mögliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben.-3Sicherheit im Alter durch stabile nationale Verteidigung.+2Investitionsmöglichkeiten in Rüstungsindustrie.+6
14. MedienpolitikÖffentlich-rechtliche Medien sollen reformiert werden.Weniger Rundfunkgebühren.+2Weniger Rundfunkgebühren.+2Weniger Rundfunkgebühren.+2Weniger Rundfunkgebühren.+2
15. GesundheitspolitikGesundheitssystem soll effizienter werden.Mögliche Änderungen bei Krankenversicherungsleistungen.-4Mögliche Änderungen bei Krankenversicherungsleistungen.-4Mögliche Änderungen bei Pflegeleistungen.-5Weniger Abgaben für Gesundheitssystem.+5
16. RentenpolitikRentensystem soll reformiert werden.Unklar, wie sich Reformen auswirken.0Unklar, wie sich Reformen auswirken.0Direkte Auswirkungen auf Rentenhöhe möglich.-2Keine direkte Auswirkung.0
17. SteuerpolitikSteuern sollen gesenkt werden.Weniger Steuern auf Einkommen.+3Weniger Steuern auf Einkommen.+3Mögliche Senkung der Rentenbesteuerung.+2Deutliche Steuererleichterungen.+9
18. ArbeitsmarktpolitikFlexibilisierung des Arbeitsmarktes und Abbau von Regulierungen.Mögliche Erhöhung der Beschäftigungschancen, aber auch Unsicherheiten durch weniger Schutz.-3Mehr Jobmöglichkeiten, aber weniger Schutz.-2Keine direkte Auswirkung.0Mehr unternehmerische Freiheit.+6
Summe der Punkte+20+16+13+85
GesamtbewertungLeichte Vorteile, aber mit UnsicherheitenEher neutralVerbesserungen in einigen Bereichen, aber soziale UnsicherheitLeicht negativRentenpolitik fraglich, Sicherheit und Steuern leicht positivEher neutralDeutlich mehr Vorteile durch wirtschaftsfreundliche PolitikSehr positiv

Ein neuer Blog

a new blog

Ich möchte an dieser Stelle auf den neuen Blog hinweisen, der als Begleitung zur Gründung der buwen.com UG enststanden ist. Ich werde hier als auch dort in Zukunft aktiver werden und eventuell auch Beiträge, die in beide Konzepte passen, zwischen den Blogs teilen.

Hier geht’s zu IT mit Genusz!

Also viel Spaß beim Schmökern!

Seltsamer Fehler bei SSH-Verbindung

Nach dem Transfer einer VM von einem externen zu einem internen Proxmox-Cluster funktionierte die VM fehlerfrei.

Nur der SSH-Zugang blieb nach einem Timeout mit einer wenig aussagekräftigen Fehlermeldung hängen:

debug3: send packet: type 80
debug3: receive packet: type 82
debug3: receive packet: type 92
channel 0: open failed: connect failed: Connection timed out
debug2: channel_input_open_failure: channel 0: callback start
stdio forwarding failed
kex_exchange_identification: Connection closed by remote host
Connection closed by UNKNOWN port 65535

Nach langem Suchen lag die Antwort dann auf der Hand:
In der vorigen Location funktionierte SSH nur über einen Jumphost, daher sah die Konfiguration auf dem Desktop-Rechner so aus:

Host docker wordpress
ProxyJump jumphost.mydomain.de

Also versuchte SSH fleissig, eine Verbindung über jumphost.mydomain.de zu öffnen, was aber scheiterte, weil das Zielsystem down war.

Wer braucht schon Züge? Eine Ode an die glanzvollen deutschen und französischen Schienennetze

Ein Hoch auf die modernen, effizienten und pünktlichen Schienennetze Deutschlands und Frankreichs! Beide Länder sind ein Paradebeispiel dafür, wie man ein Eisenbahnnetz managt, das Passagiere glücklich macht und alle Erwartungen in puncto Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. Oder etwa nicht?

Die Deutsche Bahn und die französische SNCF sind Vorreiter in Sachen Innovation und Effizienz, denn sie haben das Geheimnis gelüftet, wie man zugleich Verspätungen erzeugt und das Vertrauen der Passagiere gewinnt. Natürlich ist das kein Fehler, sondern ein ausgeklügeltes Konzept, um Reisenden die Möglichkeit zu geben, die wundervollen Bahnhöfe länger zu genießen.

Der Unterschied zwischen beiden Schienennetzen besteht hauptsächlich darin, wie die Verspätungen und Unannehmlichkeiten präsentiert werden. Während die Deutsche Bahn auf die subtile Methode setzt und die Verspätungen nach und nach ansammelt, geht die SNCF direkt zur Sache und präsentiert großzügige Verspätungen, die Passagiere dazu zwingen, ihre Pläne umzuwerfen.

Der Grund für diese Unterschiede ist offensichtlich: Sie sind ein kulturelles Phänomen, das tief in der Seele beider Länder verwurzelt ist. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass sowohl Deutsche als auch Franzosen das Warten lieben und Bahnhöfe als Oasen der Entspannung betrachten.

Um diese beispielhaften Zustände anzugleichen, gibt es einige einfache Lösungen, die beide Länder verfolgen könnten:

– Die Schienennetze weiterhin auf Verschleiß fahren und keine Investitionen in die Infrastruktur tätigen. Warum Geld ausgeben, wenn man alles beim Alten belassen kann?
– Die Pünktlichkeitsstandards noch weiter senken, um den Passagieren mehr Freizeit auf den Bahnhöfen zu ermöglichen. Wer braucht schon pünktliche Züge, wenn man stattdessen Kaffee trinken und in Buchläden stöbern kann?
– Die Kommunikation zwischen den beiden Eisenbahngesellschaften auf ein Minimum reduzieren. Wer braucht schon internationale Zusammenarbeit, wenn man stattdessen den „nationalen Stolz“ pflegen kann?

Sarkasmus beiseite, es ist an der Zeit, dass sowohl Deutschland als auch Frankreich ihre Schienennetze ernsthaft überdenken und in die Modernisierung und Instandhaltung der Infrastruktur investieren. Eine verbesserte Zusammenarbeit und ein Austausch von Best Practices zwischen den beiden Ländern könnten dazu beitragen, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen und den europäischen Schienenverkehr wieder auf Kurs zu bringen.

Denn wer weiß, vielleicht werden eines Tages die Begriffe „Deutsche Bahn“ und „SNCF“ Synonyme für Pünktlichkeit, Komfort und Kundenzufriedenheit sein. In der Zwischenzeit können wir weiterhin die Bahnhöfe genießen.

Deutsche Automobilhersteller im Elektro-Koma – Wie Tesla und China den Vorsprung übernehmen

Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Ingenieure, verliert sein Kronjuwel: die Automobilindustrie. Warum? Die vermeintlichen Koryphäen haben die Zeichen der Zeit ignoriert, die Elektromobilität verpennt und so den Weg für Tesla und chinesische Hersteller geebnet. Dabei haben sie nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die der gesamten europäischen Industrie gefährdet.

Jahrzehntelang setzten die deutschen Autobauer auf fossile Brennstoffe und überzeugten ihre Kunden mit Ingenieurskunst und Präzision. Doch während sie sich auf ihren Lorbeeren ausruhten, entstand in den USA und China ein regelrechter Elektromobilitäts-Boom. Tesla und chinesische Giganten wie BYD und NIO erkannten das Potenzial der Elektromobilität, während die deutschen Autobauer in ihrem Verbrenner-Dornröschenschlaf vor sich hindämmerten.

Nun hat die EU angekündigt, ab 2035 keine neuen Verbrenner mehr zuzulassen – außer solche mit den unsäglichen, unbezahlbaren E-Fuels. Die Reaktion der deutschen Autobauer? Panik, Hektik und die verzweifelte Suche nach einem Wundermittel, um die verlorene Zeit aufzuholen. Doch es ist zu spät: Tesla und die chinesischen Hersteller sind schon längst über alle Berge.

Die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung sind verheerend. Die deutsche Automobilindustrie kämpft nun nicht nur um ihren Platz auf dem Elektromobilitäts-Markt, sondern auch um ihre Existenz. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, Zulieferer werden sich neu orientieren müssen und auch das Image Deutschlands als führende Automobilnation könnte dauerhaft Schaden nehmen.

Doch es ist nicht nur die deutsche Industrie, die unter der Versäumnissen der hiesigen Autobauer leidet. Die gesamte europäische Wirtschaft könnte massiv beeinträchtigt werden, wenn einstige Vorzeigeunternehmen wie VW, BMW oder Daimler ins Hintertreffen geraten. Die Folge: Eine Abwanderung von Know-how und Kapital, während China und die USA ihre Positionen ausbauen und die Technologieführerschaft übernehmen.

Wenn wir in die Zukunft blicken, könnte dies zu einem düsteren Szenario führen: In 20 Jahren hat die EU durch den Wegfall der Automobilfabrikation massiv an Bedeutung verloren. Die einstige Industriemacht ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, während die wirtschaftlichen Schwergewichte sich in anderen Teilen der Welt befinden. Ein Alptraum für Europa und eine bittere Pille für jene, die einst dachten, dass deutsche Autobauer unantastbar wären.

Die Zeit ist gekommen, um aufzuwachen und zu handeln. Die deutsche Automobilindustrie muss die Elektromobilität endlich ernst nehmen und Innovationen fördern, um in der globalen Wirtschaft bestehen zu können. Nur so kann der drohende Abstieg abgewendet und die Zukunft der europäischen Industrie gesichert werden.

Deutschland im digitalen Dornröschenschlaf: Vom Technologieführer zum T-Shirt-Produzenten

Deutschland, das Land der Dichter, Denker und fortschrittlichen Wirtschaftswunder, hat sich in den letzten 15 Jahren eine hervorragende Position im internationalen Wettbewerb erarbeitet – nämlich auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Dank einer bemerkenswerten Kombination aus Bräsigkeit, Korruption, Vetternwirtschaft und politischer Unfähigkeit ist die einstige Wirtschaftsmacht nun auf dem besten Weg, zum textilen Anhängsel der chinesischen Wirtschaft zu werden.

Die Digitalisierung, einst als Chance zur Transformation und Innovation gepriesen, ist in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einer Art sportlichem Wettbewerb verkommen. Anstatt sich jedoch gegenseitig zu Höchstleistungen anzutreiben, konkurrieren Politik und Wirtschaft darum, wer am langsamsten und ineffizientesten ist. Das Ergebnis: Deutschland landet auf dem begehrten vorletzten Platz im europäischen Digitalisierungsranking – fast schon ein Grund zum Feiern, wäre da nicht der bittere Beigeschmack der verpassten Chancen und Potenziale.

In den letzten 15 Jahren haben Politiker und Wirtschaftsbosse sich gegenseitig mit halsbrecherischer Geschwindigkeit übertroffen, um den Status Quo beizubehalten und damit den Fortschritt erfolgreich zu verhindern. Ob es die ewige Debatte um den Breitbandausbau ist, der irgendwo zwischen antiken Telefonkabeln und moderner Glasfaser-Technologie steckengeblieben ist, oder die altmodischen Verwaltungsstrukturen, die in mühseliger Kleinarbeit den Weg in die digitale Zukunft verbarrikadieren – Deutschland leistet ganze Arbeit, um den digitalen Anschluss zu verpassen.

Doch keine Sorge, der deutsche Erfindergeist ist nicht gänzlich erloschen! Man hat sich nämlich bereits ein neues Geschäftsmodell für die Zukunft zurechtgelegt: die Produktion von chinesischen T-Shirts. In Zeiten, in denen man hierzulande immer noch über die Regulierung – vulgo Verbot – von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Automatisierung debattiert, kehrt man lieber zu den bewährten, altmodischen Methoden zurück – der guten alten Handarbeit.

Bald schon werden die ehemals stolzen Autobauer und Maschinenbauunternehmen ihre Hallen für die T-Shirt-Produktion umrüsten, während andere Länder bereits den Mars besiedeln oder vollständig klimaneutral sind. Und auch wenn der deutsche Michel in seiner Bescheidenheit zufrieden ist, so lange er sein täglich Brot und seine Grundversorgung hat, fragt man sich doch insgeheim, ob es nicht ein klein wenig zu bescheiden ist.

Man kann sich bereits vorstellen, wie der deutsche Wirtschaftsminister in ein paar Jahren stolz vor der Presse verkündet, dass Deutschland wieder einmal das erreicht hat, was niemand für möglich gehalten hätte: den Aufstieg zur weltweit führenden T-Shirt-Nation. Ein Titel, der sicherlich mit dem einstigen Traum vom digitalen Vorreiter mithalten kann. Schließlich ist es doch ein Zeichen von Größe, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen – oder vielleicht eher ein Zeichen von Resignation und Kapitulation vor der eigenen Unfähigkeit?

Es bleibt abzuwarten, wie lange Deutschland noch im digitalen Dornröschenschlaf verweilt und ob es jemals den Mut aufbringt, die Scherben seiner verschlafenen Wirtschaftspolitik aufzukehren. Bis dahin bleibt uns wohl nur die Hoffnung, dass die T-Shirts, die wir in Zukunft produzieren, wenigstens von herausragender Qualität sind. Schließlich sollte man bei all der verlorenen Zeit und den verpassten Chancen zumindest etwas haben, worauf man stolz sein kann.

Doch vielleicht ist das alles nur eine großangelegte Strategie, um die Welt in Sicherheit zu wiegen. Vielleicht steht Deutschland kurz davor, mit einer bahnbrechenden Innovation alle übrigen Länder in den Schatten zu stellen. Vielleicht sind die T-Shirts nur ein cleverer Schachzug, um von den wahren Plänen abzulenken. Oder vielleicht, und das ist wohl am wahrscheinlichsten, haben wir uns einfach nur in einem Netz aus Bräsigkeit, Korruption, Vetternwirtschaft und politischer Unfähigkeit verheddert, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Willkommen im deutschen Dornröschenschlaf.